Burnout schlimmer als Ebola?

Nachdem bereits in Deutschland die Diagnose der psychischen Erkrankungen zugenommen hat, berichtete im Oktober 2014 erstmals die Schweiz in der Neue Zürcher Zeitung von der Burnoutgefährdung. Die Tageszeitung spricht von einer beängstigenden Vielzahl von Beschäftigten, die sich in ihrer Freizeit nicht mehr ausgiebig erholen. Mithin 6 Prozent der Arbeitnehmer klagen von Burnout-Symptomen und Erschöpfung am Arbeitsplatz.

Im August 2010 berichtete hingegen die deutsche Frankfurter Rundschau in zwei Artikel über die Wirkung der Arbeit auf Menschen: Arbeit mache krank. Und Arbeitslosigkeit mache ebenso krank. Eine Kontroverse auf den ersten Blick, die aber für jeden Betroffenen in der einen oder der anderen Situation sofort nachvollziehbar ist.

 

Immer mehr psychische Erkrankungen aufgrund der Erwerbstätigkeit

Bedenkliche Zahlen wurden durch die Bundestherapeutenkammer bekannt gegeben. Im Vergleich zu 2004 seien die betrieblichen Krankheitstage um fast 1400 Prozent angestiegen. Das bedeutet, dass im Basisjahr 2004 auf 100 Versicherte nur 0,6 Krankheitstage aufgrund eines Burnouts kamen. Im Jahr 2011 waren es bereits 9 Tage. Dennoch bleibt dieser Anstieg der Krankmeldungen in Bezug auf die gesamten Krankentage aufgrund seelischer Erkrankungen mit 4,5 Prozent gering.

 

Hilfe wird Burnout-Patienten zu spät angeboten

Wer die Diagnose Burnout erhält, wird meist langfristig aus dem Berufsalltag gezogen. Symptome des „Ausgebranntsein“ treten mit weiteren psychischen Erkrankungen auf: Antriebslosigkeit, Depressionen, Reizbarkeit, absolute Erschöpfung. Somit gehen neben der klassischen Symptome des Krankheitsbildes ebenfalls noch weitere Erkrankungen einher: Depressionen oder Angststörungen, körperliche Schmerzen wie Rückenschmerzen oder Migräne. Nur 15 Prozent der Burnoutpatienen sind von einer zweiten Parallelerkrankung nicht betroffen. Die Schilderung der verschiedenen Symptome darf daher nicht auf die leichte Schulter genommen werden, da dahinter meist tiefergehende psychische Erkrankungen stecken können. Zudem kann ein Burnout ein Hinweis auf eine weitere körperliche oder seelische Krankheit sein.

Oft beansprucht die Diagnose des Burnouts seine Zeit und Ärzte suchen vorerst in mehrere Gespräche mit dem Patienten nach den Ursachen. Moderne Aufschlüsselungen der Krankheit in eine bestimmte Kategorie ermöglicht es den Ärzten, die Ursachen für diese Erkrankung mit bei der Diagnose zu berücksichtigen. Das ist besonders sinnvoll, da im Anschluss eine weiterführende Behandlung in Zusammenarbeit mit der Krankenkasse eingeleitet werden kann. Therapien können den Betroffen helfen, sich mit ihren psychischen Problemen zu beschäftigen, die Ursachen zu bekämpfen und vollkommen gesund zu werden.

 

weiterführende Informationen:

http://www.nzz.ch/schweiz/ueber-eine-million-arbeitnehmer-erschoepft-1.18406872

http://www.fr-online.de/arbeit—soziales/arbeitsbedingungen-bei-amazon-arbeit-bei-amazon-kann-krank-machen,1473632,25432044.html

 

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